20181124 rohrsen bericht hnaPlesse-Frauen: Aufführung wird zur Vorführung
Nörten. Die Fassungslosigkeit der Vorwoche verwandelte sich bei den Spielerinnen der HSG Plesse-Hardenberg nach der 31:20 (16:6)-Galavorstellung über den MTV Rohrsen in durchweg strahlende Gesichter. Und wer am Samstag zu spät seinen Platz auf den Rängen der ungewohnten Bühne an der Bünte eingenommen hatte, den bestrafte das Burgenteam bitter.

Denn 15 Minuten, nachdem sich der Vorhang gehoben hatte, leuchtete ein 11:2- Zwischenstand von der Anzeigetafel. Rohrsens Coach Carem Griese hatte bereits beim 1:4 nach sechs Minuten die grüne Karte gelegt. Die nächste Auszeit wäre eigentlich folgerichtig gewesen, hätte den pfeilschnellen HSG-Express an diesem Sahnetag, der für die ratlosen Gäste zur Vorführung mutierte, wohl kaum aus der Spur gebracht.

Die Weichen zum zweiten Heimsieg wurden schon in der ersten Halbzeit mit Hochgeschwindigkeitshandball, gnadenloser Effizienz im Angriffsspiel und ebenso aufmerksamer wie aufopferungsvoller Abwehrarbeit gestellt. Nicht zu vergessen „Zugchefin“ Caro Menn. Als sie ihren Platz zwischen den Pfosten im zweiten Abschnitt für Nele Röhrs räumte, hatte sie 15 Chancen des Gegners zunichtegemacht, darunter Hochkaräter vom Kreis oder nach Gegenstößen. Dagegen waren die Paraden der beiden Gästetorhüterinnen zusammen an einer Hand abzuzählen.

Wer nach der Erfahrungen aus dem Tostedt-Spiel Befürchtungen für die zweiten 30 Minuten hegte, wurde von der HSG eindrucksvoll widerlegt. Ja, in der Deckung gab es die eine oder andere Lücke mehr. Aber nein, Verlustängste wurden im Keim erstickt. Einfach nur schön mit anzusehen, wie sich auch Plesses „Küken“, allen voran die unerschrockene Anneke Schütze, präsentierten. Nele Behrends und Laura Müller eiferten mit erfolgreichem „Sperre, Absetzen“ dem nach, was ihre „Vorbilder“ Maike Rombach und Yasmin Hemke zuvor par excellence praktiziert hatten. Dazu kamen etliche Klassetore nach Traumkombinationen, die vorzugsweise Devi Hille, die einfach jede Lücke nimmt, und Lara Al Najem mit trickreichen Würfen abschlossen. Auch in der Rückwärtsbewegung knieten sich die HSG-Spielerinnen richtig rein. Grandios, wie Maike Rombach oder Caro Hübers Kontermöglichkeiten der Gäste mit viel Einsatz stoppten.

„Grundstein für den tollen Sieg war die erste Halbzeit. Wir haben heute vieles richtig gemacht. Die erste und zweite Welle hat funktioniert. Wir waren schnell zurück. Bei den Varianten im Angriff zahlt sich das Training aus“, lobte Trainer Yunus Boyraz.

HSG: Menn, Röhrs - Al Najem 8/1, Behrends 1, Hemke 4, Herale 2, Hille 7, Hübers 2, Müller 1, Reinholz, Rombach 3, Schob, Schütze 3. (zys)

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Strahlen um die Wette: Plesses Spielerinnen lassen sich nach ihrem Triumph über Rohrsen von ihrem Anhang für eine begeisternde Aufführung feiern.
© Hubert Jelinek/gsd